Was Hellinger unter Zugehörigkeit verstand
Bert Hellinger beschrieb sogenannte „Ordnungen der Liebe“. Eine davon ist die Zugehörigkeit: die Vorstellung, dass jeder, der zu einer Familie gehört, ein Recht auf seinen Platz hat, unabhängig davon, was er getan hat oder wie kurz er gelebt hat.
Hellinger nannte es „Verstrickung“, wenn ein Mensch nach seinem Verständnis unbewusst das Schicksal eines früheren Familienmitglieds wiederholt. Das ist eine Deutung innerhalb seines Ansatzes, keine nachgewiesene Erklärung für ein bestimmtes Lebensereignis.
Davon zu unterscheiden ist, wie Erfahrungen über Erziehung, Beziehungen und Familienregeln weitergegeben werden. Schweigen kann beeinflussen, welche Fragen erlaubt sind und wie eine Familie mit Trauer umgeht. Es beweist aber nicht, dass ein unbekanntes Schicksal in einem Nachkommen weiterlebt.
Wichtig ist mir: Die „Ordnungen der Liebe“ sind ein Denkmodell, kein bewiesenes Naturgesetz. Ich verstehe sie nicht als starre Regeln, sondern als Einladung, auf die eigene Familie aus einer weiteren Perspektive zu betrachten. Mehr zur Kritik an Hellinger findest du in meinem Artikel Ist Familienaufstellung gefährlich?.