Figuren statt Stellvertreter: Was ist anders?
In einer Gruppenaufstellung stehen Menschen als Stellvertreter für deine Familienmitglieder im Raum. In der Einzelarbeit übernehmen das Figuren. Manche kennen das auch als Systembrett: ein Brett, auf dem kleine Holzfiguren aufgestellt werden. Jede Figur steht für eine Person oder auch für etwas Abstraktes, zum Beispiel „meine Angst“, „mein Ziel“ oder „die alte Heimat“.
Das Bild zeigt, wie du Beziehungen im Moment erlebst: Wer steht wem nah, wohin schauen die Figuren, wo wünschst du dir mehr Abstand? Es sagt nichts Verlässliches darüber aus, was abwesende Menschen fühlen oder was früher geschehen ist.
Der wichtigste Unterschied: Bei Figuren spürst du selbst nach. Du stellst dich innerlich an den Platz einer Figur und nimmst wahr, was sich dort zeigt. Ich begleite dich dabei mit Fragen und Sätzen, die wir ausprobieren. So bleibst du die ganze Zeit in Kontakt mit deinem eigenen Erleben und kannst jederzeit sagen, was für dich passt und was nicht.
Und du bist dabei nicht allein. Ich spüre die Positionen gemeinsam mit dir nach. Manchmal ist es an einer Stelle schwer, etwas wahrzunehmen. Vielleicht ist da nur Leere oder ein „Ich weiß nicht“. Das ist völlig in Ordnung. Dann schalte ich mich ein und spüre selbst in diese Position hinein. Ich kann dir meinen Eindruck anbieten oder eine Frage stellen. Das bleibt meine Interpretation. Du darfst sie annehmen, verändern oder ablehnen. Wenn du nichts spürst oder mir widersprichst, machst du nichts falsch.